Januar!

Muy, muy, pero muy buenos dias. Nach dem vielen Lob, das ich ganz unerwartet auf dem Zwischeneminar für meinen eher nachlässig geführten Blog geerntet habe, bin ich wieder hochmotiviert, etwas zu schreiben. Dass anscheinend ein paar mehr Leute als Mama, Papa und Oma das hier lesen möchten gibt mir ein Gefühl, das ich irgendwo zwischen Schock und demütiger Dankbarkeit platzieren würde.
Über Weihnachten und Silvester und alles davor mag ich gar nicht viel sagen, außer, dass ich mich an Heiligabend heulend mit Smartphone vor die Teleferico-Station gesetzt habe, um mit Mama zu skypen, obwohl drei Meter weiter ein Wahnsinnssonnenuntergang stattfand und La Paz’ Hausberg Illimani in einem Kleid aus sattem rot über der Stadt leuchtete (ich übe schon mal für meinen ersten fiktiven Text), mich aber nicht dazu bringen konnte, diese Aussicht, den Moment, und dass ich das alles hier erleben darf schätzen zu können, sondern vielmehr zeigte, wie stumpf ich zu der Zeit all diesen schönen Dingen gegenüberstand (Notiz für zukünftiges Autoren-Ich: No matter what they say, Bandwurmsätze sind GEIL). Heimweh ist, wenn du Bonn schöner findest, als die Sonnenuntergangsaussicht von der Altiplanokante auf La Paz. Das ist schon ziemlich repräsentativ für die Zeit und ich habe auch keine Lust, noch weiter darin herumzustochern. Zumindest hatte ich danach noch ganz viel mehr oder weniger erholenden Urlaub und einige schöne Tage.
Seit Jahresanfang habe ich so viele coole Sachen gemacht, dass es gar nicht anders geht, als die Zeit zu genießen. Am 15. Januar hat sich der Mord an acht linken Journalisten 1980 in der Calle Harrington gejährt. Ich hoffe ihr wisst ein kleines bisschen über Diktaturen in Südamerika Bescheid. War wohl nicht schön. Jedenfalls haben die Angehörigen dieser Opfer eine Organisation gegründet, die ASOFAMD. Die Abkürzung heißt irgendwas mit Familien von Verschwundenen. Die Organisation beschäftigt sich wohl hauptsächlich damit, das Gedächtnis an die acht Journalisten, aber auch an alle anderen “Desaparecidos” (Verschwundenen) aufrechtzuerhalten, die für ihre Resistenz den Diktaturen zum Opfer fielen. Für den 15. Januar war eine relativ große Veranstaltung auf der Plaza vor der Universität geplant und weil die ASOFAMD und das Inti Phajsi schon über längere Zeit eine gute Zusammenarbeit pflegen sollten auch wir daran teilnehmen. Eine Woche vor der Veranstaltung wurden wir also von der ASOFAMD in ihr Haus nach La Paz eingeladen, um an einem Workshop über diese ganze Geschichte teilzunehmen. Wir waren dort mit Iveth und Ludwin, Marcelo und noch ein paar Leuten aus der Jugendgruppe, und ich war ziemlich beeindruckt von dieser ganzen Veranstaltung, weil so verschiedene Leute da waren, die sich zusammen mit vollem Einsatz einer Sache widmen. Die ASOFAMD-Damen sind eigentlich alle sehr sehr, pero sehr gebildete ältere Frauen, darunter eine Universitätsprofessorin, eine Neurochirugin und die ehemalige Gesundheitsministerin. Dann kommen noch ihre Kinder dazu, interessierte, junge Pacenos (Menschen aus La Paz), die wahrscheinlich alle irgendetwas aussichtsreiches studieren. Wir sind da ein bisschen anders aufgestellt, unsere Companeros leben in Senkata, wo es keine geteerten Straßen, keine Supermärkte, keine anständige Schulbildung gibt, wo die Jugendlichen sich aber selber aufrappeln und Teil des Intis werden, um etwas bewegen zu können und eben diese Möglichkeit zu haben, sich mit Gleichgesinnten aus anderen Umfeldern auszutauschen, und das hat bei ASOFAMD auch wunderbar funktioniert. In den Diskussionen konnte jeder auf seine Art viel beisteuern, sei es Erfahrung, Fachwissen, Kreativität, Überblick, Optimismus oder Empörung. Auch wenn Einige sich einfach nicht trauten zu reden, “vor den ganzen schlauen Leuten” hatten sie doch so viel Neues und Wichtiges zu sagen, sowie Aldo, der heimlich da war, weil sein Vater ihm das Inti verbietet und der, erst als er quasi dazu gezwungen wurde, eine energische Analyse dessen, was Jugendliche heute bewegt und aus seiner Sicht bewegen sollte, ablieferte, die sich gewaschen hatte. In alters- und organisationsgemischten Gruppen besprachen wir die Begriffe Gedächtnis, Wahrheit und Gerechtigkeit, alle im historischen Sinne, und dieses Gruppenarbeits-, Plakateschreib-, Präsentierenmüssenundvergessenhabenwasmanmeinte-Ding war für mich wie eine leicht verbesserte Neuauflage des Geschichtsunterrichts. Der Unterschied war, dass ich mich beim Reden nicht ständig verhaspelte, weil es im Spanischen nicht so viele Wörter für ein und dieselbe Sache gibt, sodass man reden kann, ohne das Gefühl zu haben, in seinen Erklärungen der verwendeten Sprache Vielfalt und Komplexität zu schulden. Am meisten Eindruck auf mich gemacht haben mit Abstand diese kämpferischen, klugen alten Damen, die auf den ersten Blick aussehen wie Ahrtal-Wanderomas, aber sobald sie drei Sätze sagen, durch ihren Geist zu den elegantesten Erscheinungen mutieren. Daraus möchte ich ein Zitat teilen, das mir auf eine klärende Weise sehr trivial, aber unberührt erschien: “Das ist ganz einfach. Alle, die Gleichheit wollen, sind Sozialisten.”
An jenem 15 Januar sollten wir eine Demonstration von der Calle Harrington bis zu der besagten Plaza, wo die Verranstaltung stattfand, mit unserem Getrommel anführen. Das hatte alles so viel Kraft und Stil, wie wir ruhig unseren Weg fanden, eine von La Paz’ belebtesten Straßen herunter, wie von Weitem bereits ein intensiver und voller Rhythmus ankündigte, dass hier etwas gefordert wird, wie Nila Heredia (die ehemalige Ministerin und Urheberin des Zitats) in ihrer natürlichen, autoritären Anmut und mit irgendeinem goldenen Schild in der Hand hinter uns ging und wie der Pulk Dinge rief wie “Ni olvido ni perdón – justicia!”, “Weder vergessen noch verziehen – Gerechtigkeit!”. Auf der Veranstaltung spielten wir noch mal. Der Bürgermeister war da, es gab tolle Reden, ein großartiges Theaterstück und einen Gitarristen, der unsere Lieblingslieder von irgendwelchen revolutionären Kubanern (verweise auf Silvio Rodriguez) zum Besten gab und die wir mitsangen, aber nur ganz leise, denn er sang sehr gut.
Ich bin keine Bolivianerin, keine Südamerikanerin, ich habe keine verschwundenen Angehörigen, keine Vorfahren, die die Diktaturzeit direkt betroffen hätte, was interessiert es mich also, was ASOFAMD und co. da tun? Ich glaube, es geht um viel mehr, als mit ihren Hinterbliebenen der Opfer zu Gedenken. Es geht darum, ihre Ideen zu würdigen, die so stark waren, dass ihre Schöpfer dafür umgekommen sind. Wir, die heute noch an diese Ideen glauben, sind ihre Nachfolger, das heißt, es wäre richtig, genau wie sie den Kampf bis zum Schluss weiterzuführen, auch wenn ich dafür weder sterben muss noch den Mumm hätte, es darauf ankommen zu lassen. Aber das ist der Witz, es geht weiter und weiter und wenn wir es nicht weitermachen hat es sich bald mit jeglicher bewusster Autonomie. Eine andere Sache, worum es bei der ASOFAMD-Idee wohl geht, ist schlichtweg die Menschlichkeit. Wenn solche Dinge wie 1980 geschehen, muss danach ein Zeichen gesetzt werden, gesagt werden: Es ist schlimm, was da passiert ist, das ist nicht normal, das entspricht uns als Menschen nicht. Zum Beispiel. Dabei ist es egal, ob ich da direkt drinstecke oder nicht. Das ist etwas ganz Großes, viel größer als Kultur-, Nations- oder Altersgrenzen. Es ist Teil des Schaffens eines großen, humanitären Wertekonsens, falls es so etwas geben sollte. Finde ich in meiner menschlichen Scheu, mich zu großen Fragen, die die Menschheit betreffen, zu äußern, als wäre ich sonst wer. Aber wer bin ich? Mensch, nicht mehr, nicht weniger, wer soll es also sonst tun? Jetzt reicht es aber. Ich glaube, hier wirkt noch diese komische Pflanze, die sich gestern Abend qualmförmig in meine Lunge verirrt hat.
Am dritten Januarwochenende war ich mit Menschen von Jennis Projekt wandern, wir wollten den zweitägigen Takesi-Trail gehen. Da waren acht Zehnjährige aus einem Heim, größtenteils zum Knuddeln, ein Typ namens Gonzo, der die Kinder irgendwie nachmittags unterhält, zwei Betreuerinnen, Roxana und Angie, die viel mit sich selbst und ihrer eher auf einen Wandertag zur Löwenburg zugeschnittenen Ausrüstung beschäftigt waren, Willy, der die Jungs im Hogar betreut und in Sandalen wandert, und natürlich Jenni. Die Anfahrt lief sehr bolivianisch ab. Morgens um halb 7 standen zwei große Alpinistinnen in San Miguel an dem Ort, wo wir von den anderen mit Willys klapprigen Minibus abgeholt werden sollten. Wir mussten auch nur eineinhalb Stunden warten… Wir bekamen unser Essen für die zwei Tage in vielen Tüten, eine mit Süßigkeiten, eine mit Mittagessen, ca. 10 Brötchen und eine Thunfischkonserve der Art, die mich bei dem Versuch sie zu öffnen schon einmal viel Aufregung und Blut gekostet hatte. Dann fuhr Willy uns zum Ausggangspunkt erstmal eine Stunde in die falsche Richtung und danach wieder eine Stunde zurück. Dann fuhren wir noch eine Stunde in die richtige Richtung und als wir ankamen, fing es gerade an zu regnen. Alle wurden in Plastiktüten gesteckt, die ich für geeigneter halte als jede Wasweißich-Tech-Regenjacke. Nur Jennis Cape war noch cooler, ein riesiges schwarzes Dings, das sogar über den Rucksack geht und seinem Träger einen Batman-Zauber verleiht. Die Anderen mussten ihre Rucksäcke irgendwie in Tüten einbinden, um sie nach einer halben Stunde wutentbrannt wieder abzureißen, weil sie flatterten und knisterten und andere gemeine Dinge taten. Willy, der den Takesi schon vier Mal gelaufen war, führte uns eine Schotterstraße hinauf, bis wir zu einer Abzweigung kamen, an der ein Weg weiter die Straße hinauf und der andere per baufälliger Brücke über einen reißenden Fluss führte. Wir wählten den reißenden Fluss und entdeckten erst am nächsten Tag auf dem Rückweg den Felsen, auf dem in großen weißen Buchstaben “Takesi” stand und eindeutig in die andere Richtung zeigte. Ich glaube jetzt an hinterhältige Mächte, die die Schrift an diesem Samstag haben verschwinden lassen, denn es wäre unmöglich, sie übersehen zu haben. Hinter dem Fluss ging es weiter bergauf und ich bewunderte Angie, die zwar ganz hinten keuchte, den Berg aber mit Eastpack-Schulrucksack, an dem eine auf dem Boden schleifende Tüte mit ihrem Schlafsack hing, und Regenschirm in der Hand bezwang. Wir kamen an einen Ort, von dem aus wir entweder in ein grünes Tal, in dem Esel und Lamas weideten, hinabsteigen und an der anderen Seite wieder hochlaufen, oder in einem Bogen oberhalb um das Tal herumlaufen konnten. Wir wählten den Weg durch das Tal. Ich setzte mich dafür ein, den anderen Weg zu gehen, aber nur weil ich Angst vor den Lamas auf der Wiese hatte, also folgte ich vorsichtig den Anderen hinunter. Die Wiese stellte sich als eine Art Sumpf heraus, durch den man von Insel zu Insel hüpfen musste, aber auch nicht herauskommen konnte, ohne einmal in tieferes Wasser getreten zu sein. Jenni und ich waren ziemlich gut dran, als einzige Personen mit wasserdichten Schuhen, aber die Anderen waren bald gefangen auf einer Insel, auf der einige Lamaskelette lagen. Ich erinnerte mich an die Knietransplantationen in meinem Schülerpraktikum und erklärte am Modell die Funktionsweisen verschiedener Gelenke. Irgendwann liefen die Jungs einfach durch das Wasser und alle erreichten das “Ufer”, aber schnell wurde klar, dass wir den Übernachtungsort vermutlich nicht mehr erreichen würden, da wir ca. drei Stunden gebraucht hatten, um die 200 Meter über die blöde Wiese zu laufen. Und natürlich weil wir überhaupt nicht auf dem Takesi-Weg waren, sondern irgendwo im Nirgendwo, was aber noch niemand wusste, außer Jenni, die den Takesi schon einmal gelaufen war und ab und zu meinte: “Komisch…an die Stelle kann ich mich gar nicht erinnern.” Wir liefen noch eine Stunde und zelteten dann einfach an einem Ort, an dem riesige, angsteinflößende Lamas, Esel, Pferde und Kühe weideten und links und rechts riesige Felswände emporragten. Also ziemlich geil. Außerdem wimmelte es in den Geröllfeldern von Viscachas (“Hasenmäusen”), die aussehen wie etwas zwischen Kaninchen und Murmeltier. Obwohl ich sehr gefeiert hätte, wenn sie plötzlich einfach da gewesen wären, war ich ein bisschen enttäuscht von ihnen, weil der kleine Angel mir vorher geschworen hatte, er habe ein Meerschweinchen gesehen und ich wilde Meerschweinchen erwartet hatte. Als die drei Zelte aufgebaut waren und in jedem davon sechs Personen ihren Kram auf gefühlt einem Quadratmeter verteilt hatten, verkrochen sich Roxana und Angie in ihrem Zelt und kicherten über irgendetwas, während Jenni und ich mit den Jungs eine der Felswände hochkraxelten und oben ein paar Mini-Heartattacks erleben mussten, als ein paar Jungen anfingen auf den höchsten und gefährlichsten Felsvorsprüngen, die sie finden konnten, rumzuturnen, und ich geriet in einen Konflikt zwischen Standpauke halten und Mitmachen, den ich dadurch löste, dass ich erst schimpfte und danach rumturnte, als ich außer Sichtweite der Kinder war. Die Nacht war nicht so richtig bequem. Trotz Kinderkuscheln war es auf deutsch gesagt arschkalt und unter meiner Hüfte lag ein Riesenstein, dem ich nicht entkommen konnte, ohne entweder beim Schlafen die Hüfte anzuheben oder ein Kind auf meinen Platz zu schieben und mich auf Seinen zu legen, was, wie ich zugebe beides eher schlechte Lösungsansätze waren. Am nächsten Morgen unternahm ich mit Hüftschmerzen alleine einen kleinen Ausflug hoch auf die Felsen, der aber nach einer viertel Stunde abgebrochen wurde, weil ich erstens alleine Angst hatte, von einem Puma oder Bären gefressen zu werden, und zweitens mit dem Knie in einen (fucking) Kaktus gefallen war. Auf dem Rückweg entdeckte ich eine Hasenmaus, die einfach herumsaß und mich anglotzte, also tat ich das Gleiche. Nach ungefähr zehn Minuten ließ ich es bleiben und die Hasenmaus Hasenmaus sein, weil ich an den Punkt gekommen war, an dem man anfängt mit dem Tier eine Vertrautheit aufzubauen und mit ihm zu reden und es hätte mich verletzt, wenn sie zuerst weggegangen wäre. Willy entschied, die Sachen erstmal mit den Zelten stehen zu lassen und noch zwei Stunden weiter den Berg hinaufzugehen, was eine gute Idee war, denn wir entdeckten noch wunderschöne Orte und mehr gigantische Lamas, deren Verhalten ich inzwischen zu deuten weiß. Erst kommen sie angelaufen, als wollen sie dich anspucken, oder fressen oder so. Die alte Klara rennt dann weg und versteckt sich hinter Jenni. Die neue Klara hat von den Jungs gelernt, dass die Lamas dann wieder abhauen, wenn man weitergeht, was mir ganz neue Möglichkeiten für meine Bewegung in der Andenlandschaft eröffnet. Besonders schön war es, als wir schließlich die Schneegrenze erreichten, der die Jungen schon die ganze Zeit entgegengefiebert hatten. Beim Hochlaufen fragte mich Erlan, ob ich schon einmal Schnee angefasst habe und wie sich das denn anfühle. Entsprechend hoch war dann auch die Teilnahme an dem neuen Spiel “Schneeballschlacht”, bei dem vor Allem Gonzo um sein Leben bangen musste. Es war für alle ein riesiger Genuss, in der Natur zu sein, draußen aus der riesigen Stadt, in der man nie alleine ist und ständig umgeben von fremden Menschen, also gerade das, was ich anfangs so wahnsinnig toll fand. Als wir nachmittags mit den Zelten und allen Kindern auf dem Rückweg waren, sprachen Jenni und ich davon, dass wir wirklich noch nicht dahin zurückwollten und beschlossen euphorisch, ganz ganz viel wandern zu gehen, wann immer es geht. Auch der Abstieg verlief tendenziell eher zäh, weil wir zwischendurch auf Willy warten mussten, der mit vier Jungen noch irgendwo fischen gehen wollte und mit einer Plastikflasche zurückkehrte, in der drei kleine Fische schwammen und die Angel (der, nicht die Angel) auf der Rückfahrt im Bus so sehr schüttelte, dass ich froh war als dieser mit der Flasche im Schoß einschlief und die Fische in Ruhe ließ, denn so ganz gesund sahen die Fische schon nicht mehr aus. Der Abschied von den Jungs war traurig, weil ich sie schon echt lieb gewonnen hatte und Erlan mich fragte, ob ich zu seinem Geburtstag ins Heim kommen würde und ich ja sagte, obwohl ich nicht weiß, wann sein Geburtstag ist und ob ich kommen kann. Jetzt musste ich noch irgendwie von der Zona Sur rauf nach Satelite kommen. Das ist eben auch nicht so einfach, wenn wegen Regen der Teleferico nicht fährt. Aber wahrscheinlich hätten sie jemanden, der 36 Stunden seine Kleidung nicht gewechselt hat und mit seiner letzten Nahrung, trockene Cerealien, herumkrümelt sowieso nicht reingelassen. Ich fuhr also mit einem Taxi, dem unterwegs der Reifen platzte, dessen Fahrer aber cool genug war, in den See Straße auszusteigen und innerhalb von drei Minuten den Reifen einfach auszuwechseln, während ich und mein Rucksack noch im Auto saßen. Wie auch immer das funktioniert. In den folgenden Tagen war auch spannend festzustellen, dass die größte Erholung scheinbar körperliche Anstrengung an der frischen Luft ist, obwohl du am Abend danach quasi schon schlafend auf dein Bett klatschst.
Jetzt das Coolste, die glaube ich schönste Woche bisher, das Zwischenseminar. Samstagmorgen sollten wir uns alle in einem Hostel in Sucre treffen, um an einen Ort zu fahren, wo wir das Haus für ein neues Projekt in Stand setzen sollten. Alle 50 Freiwilligen sollten dabei sein, August- und September-Ausreisegruppe, die ihre Seminare auch getrennt voneinander hatten, also war für die erste Gruppe dieser Samstag der letzte und für uns der erste Tag. Jenni und ich fuhren optimistisch Freitagabend los, Schlafbus gegönnt, in dem wir tatsächlich schlafen konnten, der aber trotz reibungsloser Fahrt so langsam vor sich hin tuckerte, dass er statt 12 Stunden 14 brauchte. Als wir zu dem Hostel kamen, waren die anderen schon von einem Bus zum Projekt gebracht worden und wir mussten mit einem Taxi hinterherfahren. Es war wirklich schön, die anderen Freiwilligen wiederzusehen, die ich vom Vorbereitungsseminar kenne, vor Allem jene, die es eher in die abgelegenen Ecken Boliviens verschlagen hat. Den Tag über malten, räumten, jäteten, schliffen, strichen, aßen, quatschten und sangen wir und schliefen abends in dem Hostel in Sucre, hatten aber vorher die Möglichkeit, mit sonst wem von den Freiwilligen auszugehen und wir landeten in einem Club, wo es eigentlich nur weibliche deutsche Freiwillige gab und wir ganz deutsche Disco-mäßig in einem großen Kreis tanzten. Am nächsten Morgen wurden wir (zu) früh von einem Bus und unseren Seminarleiterinnen Rebecca und Anne abgeholt, die sich gleich bemerkbar machten, als Jenni und ich uns gerade Frühstück holten, indem sie unglaubwürdig darauf verwiesen, dass es in einer Minute losgehe. Das Hostel, in dem wir das Seminar verbringen sollten war großartig. Es war wahrscheinlich eigentlich nicht großartig, sondern normal, aber ich hatte einfach lange keinen so schönen Ort mehr gesehen. Das Gelände war sehr groß. Es gab Wiese, ein Volleyballfeld, Quittenbäume, andere Bäume, ein Gehege mit Lamas, Papageien, Blumen,… und vor Allem war es warm, auch wenn die Santa Cruz-Leute gelegentlich froren, während wir Pacenos im Top herumliefen. Ich war ein bisschen geschockt, was ein bisschen Grün und Sonnenschein mit mir ausrichten können, ich war einfach die ganze Zeit nur gut gelaunt und konnte stundenlang lesend oder Ben Howard oder Kate Bush hörend im Gras hocken. Rebecca und Anne stellten sich als sehr faule ODER entgegenkommende ODER didaktisch geniale Seminarleiterinnen heraus, denn wir durften “im Plenum” das Seminarprogramm komplett selbst gestalten und hatten viel im Gras sitzen und quatschen dabei, was einfach nur unheimlich gut getan hat. Ich kann auch nicht erklären wieso, aber es hat mein Wohlbefinden bis heute sehr gesteigert, sich eine Woche lang jeden Tag in schöner Umgebung mit Leuten auszutauschen, die vielleicht die gleichen Sorgen haben, die sich für das interessieren, was du ihnen erzählst, die Dinge erzählen, die dich interessieren, und die du vor Allem unheimlich schätzt. Das ist das Verrückte, eigentlich finde ich immer irgendwen unsympathisch. Irgendjemand ist immer dabei, den ich nicht leiden kann, sei es für seine Ignoranz, Egozentrik, Heuchlerei, was auch immer. Ich bin sehr streng mit anderen Leuten, noch mehr aber mit mir selbst, weshalb ich es mir erlaube, so zu denken, auch wenn ich natürlich nach außen nicht so handle, wo kämen wir dann hin? Aber meine Seminar-/Ausreise-/Werwolfgruppe mag ich einfach durch und durch, jeden Einzelnen schätze ich total. Vielleicht liegt es daran, dass wir uns immer in dieser ehrlichen Seminaratmosphäre begegnet sind, in der jeder über seine Ängste spricht und weiß, was den Anderen beschäftigt. Vielleicht, und das glaube ich, sind das einfach alles tolle Menschen, die fähig sind, aus einem Haufen unterschiedlichster Personen eine Gruppe zu bilden, die jeden Abend zusammen Werwolf spielen und sich aneinander erfreuen kann. Für mich ist das jedenfalls etwas ganz Besonderes. Dazu noch ein paar Dinge, die das Seminar so schön gemacht haben: Werwolf spielen wie im August, dreistimmig singen mit Moira und Jasmin, überhaupt alle Singstimmen der Anderen, ein meeega Sternenhimmel, Kräutersammelspaziergang, Gracious von Ben Howard-Momente, über Gefühle reden, Leute gern haben, kein Netz, Lagerfeuer, draußen essen, Hitze, barfuss gehen, mit seinen Sorgen nicht allein sein, Volleyball spielen, ein bisschen “früher”, so was wie Katrin ist immer Werwolf und Fred unser Börgermeischter, Ruth macht mit uns Armbänder und wir kommen zu spät und trinken zu viel Kaffee. Es klingt alles so albern, “Dinge, die das Leben schön machen”, ich habe nicht geglaubt, dass so kleine Dinge das Leben schön machen können, sondern dass ich irgendetwas Größerem folgen muss. Aber ich kann vielleicht sagen, dass das Leben in El Alto, das kalt und anonym ist und wo keine Pflanzen wachsen, mich für diese kleinen Sachen, die immer selbstverständlich waren, wie eine warme Dusche, eine Heizung im Zimmer und ein Wald vor der Haustür, sensibel gemacht hat. Und darüber schreibe ich jetzt nicht mehr, sonst gelange ich noch zum “Die kleinen Dinge musst du schätzen” und “Du musst den Moment leben”, zwei Sätze die viel zu inflationär benutzt werden. Ein paar Worte noch zu unserem Ausflug zu den “Siete Cascadas”, den sieben Wasserfällen. In der Nähe des Seminar-Hostals, das etwas außerhalb von Sucre liegt, gibt es sieben übereinanderliegende Wasserfälle, mit Fluss und Lagunen dazwischen. Um von einem rauf zum nächsten Wasserfall zu kommen muss man seine Schuhe ausziehen, klettern, und dann irgendwann schwimmen. Wer mich kennt, der weiß, dass ich bis zum letzten Wasserfall gehen musste. Natürlich. Im Bikini. Ohne meinen Rücken einzucremen. Natürlich. Der Weg war auch etwas länger als ich erwartet hatte und die nächsten drei Tage hatte ich Schmerzen und bis heute bröseln super schöne Hautfetzen von meinem Rücken. Aber das war es mir wert. Ich bin ja eh ein Fluss-Fan und das war ein bisschen wie sehr schönes Canyoning für Anfänger und mit Valle und Sebastian ein cooles Abenteuer, bei dem alle über schmerzende nackte Füße auf den gemeinen kleinen Steinchen jammerten und den letzten Wasserfall in die Lagune heruntersprangen. Es wird spät, ich muss zum Ende kommen. Am Ende des Seminares haben wir uns alle kleine Briefe geschrieben, jeder jedem. Ich hab mich ein bisschen verschätzt und auf jedem Zettel bloß ein paar Sätze geschrieben, während die meisten richtige Briefe geschrieben haben. Das wollte ich noch sagen, denen, vom Seminar, die es lesen, ich hatte leider nur einen dicken marcador (weiß das deutsche Wort nicht) und habe jedes Wort wohlüberlegt geschrieben! Außerdem habe ich mich über jeden einzelnen Brief total gefreut. Gracia, lito noma.
Donnerstag war das Seminar zu Ende und weil dann ja quasi Wochenende war sind die meisten noch in Sucre geblieben. Jenni und ich wollten eigentlich in den Sajama-Nationalpark fahren, aber als nach 679 Besuchen in diversen Touri-Infos klar wurde, dass es eher eine komplizierte Reise geworden wäre, hatten wir Donnerstag noch einen coolen Abend/Nacht/Morgen, der meine Tolle Seminargruppe-Euphorie noch gesteigert hat, und bis Sonntag super Tage in Sucre. Am Freitag wollten einige Andere und ich Ohrlöcher haben. Der Ohrloch-Mann war nicht da. Sein Freund, der Tattoo-Mann sagte, er werde in einer halben Stunde zurück sein. Eine halbe Stunde später kamen wir wieder und der Tattoo-Mann sagte, der Ohrloch-Mann werde nicht mehr kommen. Das ist etwas Bescheuertes, sich mit aller Kraft auf Schmerzen vorzubereiten und sich zu überwinden, und dann ist der Ohrloch-Mann nicht da und alles war umsonst! Darum habe ich mir kurzum so ein Dings in die Haare machen lassen, von dem ich in keiner Sprache weiß, wie es heißt, so eine bunte Strähne mit Perlen und Schnickschnack. Dies geschah aus dem plötzlichen Wunsch heraus, hübsche, bunte Dinge zu tragen, Dinge der Sorte, die viele Leute als ungewöhnlich und albern betrachten, aber nichts Unangenehmes an sich haben und deshalb dringend salonfähig gemacht werden müssen. Samstagmorgen sind Jenni und ich dann zu einer Wanderung aufgebrochen, die wir uns im Condor, dem täglichen vegetarischen Abendessensziel, bei einem Guide erfragt hatten, uns aber zu teuer zum Buchen war und deshalb einfach allein gemacht haben. Der Plan war, erst mit einem Bus aus Sucre raus zu einem Dorf zu fahren, wo ein Inkatrail losgeht, 7 Stunden wandern bis zu einem Dorf in einem Krater von wo es hoffentlich ein Auto zurück nach Sucre gibt, wo man aber zur Not auch in Hütten schlafen kann und am Sonntagmorgen sicher zurück, um Montagmorgen rechtzeitig in La Paz und El Alto zur Arbeit gehen zu können. Hat fast geklappt… Bis nach Maragua, dem Dorf in dem Krater lief alles reibungslos. Es gab keine bösen Hunde, ein Bauer zeigte uns einen Geheimweg über den Fluss, den wir gehen mussten, da eine Brücke kaputt war, wir sahen eine zwei Minuten alte Ziege, kauften viel zu viele Armbänder bei Schafe hütenden Kindern und kamen an einem Wasserfall vorbei, der zwischen blauen, lilanen, türkisen und roten Steinen lag und aussah wie aus einer anderen Welt. Eigentlich war es tatsächlich eine andere Welt. Maragua ist so eine Comunidad, ca. 50 Leute in einem abgeschiedenen Dorf, die sich selbst versorgen und teilweise nur Quechua sprechen, wie wir auf der Suche nach den Schlafhütten feststellten. Die Hütten fanden wir schließlich auch so, aber es war irgendwie keiner da, ich glaube wir haben uns das wie ein Hostel vorgestellt und fragten eine ältere Frau nach dem Besitzer. Sie meinte, die Hütten gehören der Comunidad (wie geil) und ging los, eine Person mit Schlüssel zu suchen und nahm uns dabei mit zu einem Laden, wo wir etwas zu Essen kaufen wollten. Wir fragten die Senora ob sie Brot habe, dann, ob sie Schokolade habe, oder ein paar Nudeln, hatte sie alles nicht. Wir fragten, was sie denn habe, und sie sagte Kekse, also kauften wir Kekse. Vorbereitet auf eine traurige Nacht mit Magenknurren kam ein Mann, der uns eine Hütte aufmachte, sagte es gebe Abendessen und Frühstück und wir legten uns hin und schliefen, bis ein Mädchen uns erst eine Suppe und dann Reis mit Kartoffeln brachte. Jenni aß ihren Teller nicht auf… Und dann stand er da auf dem Glastisch im Vorzimmer der Hütte… Und die Kekse im Schlafzimmer auf dem Kaminsims… In der Nacht wachten wir beide auf und hörten im Zimmer etwas rascheln. Ich dachte an eine Maus oder irgendetwas, das runtergefallen war, und schlief wieder ein. Etwas später wachte ich noch mal auf und ging aufs Klo, hörte aus der Richtung des Vorzimmers etwas klimpern, dachte an die Klospülung und schlief wieder ein, träumte von einer Kuh, die im Zimmer stand und uns auslachte und als wir am nächsten Morgen aufwachten, waren die Kekse verschwunden und der Teller auf dem Tisch leergegessen. Jenni erzählte mir, sie sei auch wach gewesen und habe das Rascheln gehört. Es wurde gruselig. Draußen putzte ein Mädchen eine Hütte und ich fragte sie was da in unserer Hütte gewesen sein könnte. Also welches Tier (Ich wollte nicht wissen welcher Mensch, oder welcher Geist). Sie murmelte etwas vor sich hin wie “Ahh…Ja ich weiß, der war das…Das müsste der dings gewesen sein…”. Scheinbar war über Nacht jemand in unsere Hütte eingedrungen, der regelmäßig in Hütten eindringt. Und er war in unserem Schlafzimmer, während wir wach waren! Ich bin so glücklich, dass ich die Person nicht gesehen habe, was aber eigentlich auch wieder total merkwürdig ist. Unsere rumliegenden Handys, iPods und Portemonnaies hat er aus irgendeinem Grund verschmäht. Auf die Gefahr hin als wahnsinnig erklärt zu werden gebe ich es zu, langsam glaube ich, hier gibt es Geister. Wenn alle, auch Ludwin und Fatima und Marcelo und Franco und alle, die ich hier kenne und sicher nicht verrückt, sondern schlau und vernünftig sind sagen, ja, es gibt Geister!, dann halte ich es nicht mehr für so unwahrscheinlich. Das ist wahrscheinlich wie mit Gott. Die einen sagen Ludwin spinnt, weil er an Geister glaubt. Ludwin sagt die anderen spinnen, weil sie an Gott glauben. Das Eine ist auch nicht weniger albern, oder eben vernünftiger, als das Andere. Gefrühstückt habe ich zwei Teigkringel und einen Kaffeeversuch. Ich war zu spät aufgestanden für Kaffee, denn das Wasser war nur noch lauwarm, also trank ich Wasser mit schwarzen Krümeln drin, das war okay. Natürlich gab es kein Auto nach Sucre, also mussten wir noch drei Stunden zum nächsten Dorf laufen und hatten extrem viel Glück, das wahrscheinlich einzige Auto des Tages nach Sucre gerade so zu erwischen. Komfortabel war das Auto nicht. Ehrlich gesagt war es ein Viehtransporter, mit dem ungefähr 100 gefaltete und gestapelte Leute zwei Stunden bis nach Sucre fuhren. Wir kauften Buskarten und gingen dann erstmal ins alte Hostel, wo wir unsere Sachen gelagert hatten. Der Rezeptionist hatte eine schwarze Seele, er ließ uns nicht duschen, ohne eine weitere Nacht zu bezahlen. Das war übel, denn wieder einmal hatten wir auf das Umziehen verzichtet, ich, weil ich schlichtweg geglaubt hatte, noch abends aus Maragua wegzukommen, und mit meiner Umhängetasche losgewandert war. Also zogen wir uns im Gepäckabstellraum um und gingen dann wieder ins Condor, um ein letztes Mal die Riesenempanada mit Puderzucker UND Käsefüllung zu essen und uns vor dem Guide zu verstecken, dem wir versprochen hatten, seine Trekking-Tour zu mieten. Montag kamen wir leicht verspätet und ungeduscht zur Arbeit.
Ein bisschen Inti Phajsi noch! Kurz vorm Seminar habe ich dem Inti-Team abends einen Workshop gegeben, mit dem Thema “Was ist Politik?”. Ich hatte einen passenden Energizer, eine coole Präsentation, Videos, Modelle und Gruppenaufgaben. Also man soll sich ja nicht selber loben… aber so eine sowohl methodisch als auch inhaltlich gelungene Präsentation hätte ich mir niemals zugetraut. Auf Spanisch sogar (Jetzt: Klatschen!). Ludwin hat mich dann vorgestern gefragt, ob ich auch für die vielen Jugendlichen Talleres geben will (das wären dann so 70 auf einmal) und ich hab einfach mal Ja gesagt. Ich rechne jetzt schon mit Allem von Seiten der anderen Jugendlichen, von mit Blumen überhäuft bis mit faulen Eiern beworfen werden. Und wenns faule Eier sind, sinds eben beim nächsten Mal Tomaten oder was weiß ich. Aber auch am Freitag, als ich mit Ludwin zwei Oberstufenkurse besucht hab, um sie auf die kommenden Talleres aufmerksam zu machen, habe ich geredet, wie niemals vorher in Schland in der Schule. Man könnte es gar Charisma nennen. Mit Schrecken denke ich an die mündliche Abiprüfung in Geschichte zurück. Wer dabei war, weiß was ich meine. Wer nicht, muss wissen, dass die Note scheiße bis scheiße war und ich weiß mit roten Flecken im Gesicht. Woher kommt mein übertriebener Skill auf einmal? Wahrscheinlich lerne ich einfach von Ludwin, dem Master of Masters in Sachen Charisma. Das ist einfach unglaublich, der bringt 70 schnatternde 14jährige zum Schweigen und Zuhören. Und das ganz ohne Schweigefuchs! Wenn du so etwas kannst, dann kannst du nur gewinnen, und zwar die ganze Welt. Natürlich kannst du der Welt dann auch ganz viel Müll verzapfen, aber das ist eine andere Sache.
Ansonsten ist bei mir momentan viel Inti, die Schule geht wieder los und Gio und ich rennen von Direktor zu Direktor, um irgendwie die Zeiten zu koordinieren. Beim Besuch der Oberstufenkurse haben sich zwei anscheinend extrem motivierte Englischkurse für mich gebildet, von denen der Eine auf eigenen Wunsch die Zeiten Montag, Mittwoch, Freitag, 8:30 bis 10:00 Uhr morgens ausgewählt hat. Die sind 16 und eigentlich hätten die da frei, ihr könnt euch also vielleicht jetzt vorstellen, was Ludwin für Zauberkräfte hat. Und ich alles zu tun. Aber ich werde denen persönlich Englisch beibringen, dass wem auch immer Hören und Sehen vergeht. Es macht mir nichts aus immoment so viel zu arbeiten, auch an den eigentlich freien Tagen, es sind immer so Haufen an Arbeit von Zeit zu Zeit. Manchmal hab ich dann eben gar nichts zu tun. Und nächste Woche kommt mein Papa und dann machen wir eine Woche Urlaub und ich sehe ganz viele tolle Sachen. Auf exzessives und wöchentliches Feiern gehen habe ich eh keine Lust mehr. Man kann sein Geld auch sinn-/geschmackvoller aus dem Fenster werfen, zum Beispiel indem man ganz viel Schokolade kauft und zusammen mit allen Inti-Leuten aufisst, das macht viel mehr Spaß. Oder man kauft Bastel- und Malsachen, um in La Paz bürgerliche Mauern innovativ zu gestalten.
Listo. Ich glaube das wars. Meinen ganzen verdammten einzigen freien Tag habe ich gebraucht um diese mierda de Text zu schreiben. Aber es sei mir eine Lehre, auf dass ich einfach ein bisschen regelmäßiger schreibe, dann ist es nicht so viel auf einmal. Also jeden Tag ein Wort. Mit diesem Brüller verabschiede ich mich ins Bett und wünsche allen eine spaßige Karnevalszeit. Das sag ich nur so, eigentlich bin ich von Neid zerfressen, dass ihr Karneval da drüben seid und ich hier, aber ist andersrum wahrscheinlich genauso, deshalb gehts schon klar!

Maach et joot,
et Klarita

1 Gedanke zu „Januar!

  1. Hallo Clara,
    Hr. Christian hat uns, die SV, darauf angesprochen , dass er vor hat für dich die Kollekte des Ostergottesdienstes einzusammeln und dir zu überweisen. Dazu wollte er mit uns eine Info-Kampagne starten. Von der SV wurden 2 Schüler ausgewählt sich um die Geschichte zu kümmern sollen (Carla Onusseit,8c und David Dekorsi,7b). Und Carla und ich wollte mit dir einfach mal Kontakt aufnehmen. Also wenn du nichts dagegen hast würden wir dich in ein paar Tagen kurz interviewen.

    Danke, liebe Grüße von der SV

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